Differenzierung

Werden Schülerinnen und Schüler in unterschiedlichen Bildungsgängen an einer Schule unterrichtet, wird der Unterricht durch innere oder äußere Differenzierung gestaltet (vgl. §21 (2) AO-SF).
Die äußere Differenzierung bezieht sich in der Regel auf die dauerhafte Einteilung von Lernenden zu Lerngruppen nach bestimmten Kriterien mit dem Ziel, eine größtmögliche Homogenität zu erreichen. Dagegen unter dem Begriff der inneren Differenzierung bzw. Binnendifferenzierung vielfältige Lernarrangements und Methoden dargestellt werden, um in einer heterogenen Lerngruppe differenzierte Lernwege anzubieten, die auf die ein oder andere Weise jeder Schülerin und jedem Schüler helfen, den für sich optimalen Lernerfolg zu erreichen (vgl. auch Bönsch 2014).

Fachleistungsdifferenzierung

Mit Beginn der Klasse 7 stellt sich für uns als Schulgemeinschaft die Frage nach der Organisation der Differenzierung an unserer Schule. Die rechtlichen Vorgaben der APO SI sehen vor, dass mit Beginn der Klasse 7 in den Fächern Mathematik und Englisch eine Zuteilung der Schüler*innen in E- und G-Kurse erfolgt (s. oben). Im Fach Deutsch erfolgt diese Zuteilung mit Beginn der Klasse 8 oder 9, in einem weiteren naturwissenschaftlichen Fach (i.d.R. Chemie oder Physik) erfolgt die Zuteilung in Klasse 9. Dabei steht das E für Erweiterungsebene/Erweiterungskurs und das G für Grundebene/Grundkurs. Die Zuteilung zu den jeweiligen Kursen kann eine Auswirkung auf den möglichen Schulabschluss haben, den eine Schülerin/ein Schüler anstrebt bzw. erreichen kann.

An der Gesamtschule Velbert-Neviges befinden wir uns in einem Prozess, in dem wir folgende pädagogische Vorstellungen umsetzen:

In Englisch bleiben die Schülerinnen und Schüler bis einschließlich Klasse 6 zusammen und werden ab der Klasse 7 getrennt in G- und E-Kursen unterrichtet.

In Mathematik und Deutsch ist geplant, die Schüler und Schülerinnen bis zum Ende des 7. (Mathematik) bzw. 8. Schuljahres (Deutsch) im Klassenverband zu unterrichten. Beim Unterricht in der Klassengemeinschaft werden sie entsprechend ihres Leistungsstandes binnendifferenziert gefordert und gefördert. Die Schüler*innen werden dabei schon individuell auf E-Kurs- oder G-Kurs-Niveau unterrichtet.

Die E- und G-Kurs werden aus zwei Klassen gebildet, so dass wie im Lernbüro kleinere Lerngruppen entstehen. Durch diese kleinen Lerngruppen können die einzelnen Schülerinnen und Schüler noch gezielter unterstützt werden. Die Zuweisung in G- und E-Kurse innerhalb dieser heterogenen Kurse erfolgt durch die Zeugniskonferenz am Ende des Schuljahres.

Bis zum Beginn des 10. Schuljahres kann die Zuweisung durchaus verändert werden. Wenn z.B. ein G-Kurs-Schüler seine Leistungen in einem Fach verbessert, kann er die Zuweisung für den E-Kurs erwerben. In diesem Zusammenhang erweist sich die leistungsgemischte Gruppe wiederum als Vorteil, denn die Anforderungen des E-Kurses sind den Schülerinnen und Schülern des G-Kurses bekannt.

Mit diesem Modell möchten wir den Schülern und Schülerinnen ermöglichen, dass sie jeweils den für sie bestmöglichen Schulabschluss erlangen können.